26.10.2013

Die Kunst des Kartenlesens

Jugendgruppe des Technischen Hilfswerks übt den Ernstfall.

Unterspülte Zuggleise nach einem Unwetter, ein entlaufenes Rind nach einem Blitzeinschlag, eine hilflose Person und zum Schluss ein Stromausfall auf einem landwirtschaftlichen Anwesen. Diese Szenarien spielten sich am Samstag Nachmittag bei den Helfern des Technischen Hilfswerks (THW) aus Schwäbisch Hall ab. Rund 20 Junghelfer und Helfer übten zusammen in und um Tüngental.

Heute, fast jedes moderne Mobiltelefon hat ein Navigationssystem integriert, rückt das Orientieren im Gelände und fahren nach Straßenkarten immer mehr in den Hintergrund. Aus diesem Grund war das Fahren nach Koordinaten, neben der geordneten Kommunikation per Funk ein Schwerpunkt der Übung.

Während der Übung bekamen die Bergungsgruppen die Einsatztorte per Funk übermittelt. Die Herausforderung bestand hierbei wiederum nicht nur am finden der Koordinaten auf der Karten, sondern auch am navigieren des Fahrers. Nicht jeder Weg führte hier zum Ziel, denn manche Wege waren für die schweren Gerätekraftwagen des THW nicht geeignet.

Das vom THW und anderen Katstrophenschutzorganisationen benutzte UTM Koordinatensystem (Universale-Transversale-Mercatorprojektion) nutzt aus 8-stelligen Zahlenkombinationen bestehende Koordinaten. Mit diesen Angaben lassen sich Positionen auf einer Karte direkt in Kilometern ablesen. Durch die detaillierten und hoch aufgelösten Karten können so Positionen bis auf 10m genau angeben und gefunden werden.

Koordiniert wurde die Übung vom Zugtrupp des Ortsverbandes. Dieser platzierte sich um das weiträumige Gelände zu überblicken zu können und eine günstige Funkposition zu haben auf einer Anhöhe.

Der Zugtrupp ist als kleine Führungsstelle ausgelegt und koordiniert den Ortsverband im Einsatz. Hier laufen alle Fäden zusammen, von Einsatzaufträgen über Lagemeldungen bis hin zu Nachforderungen.

Nach dem Erreichen der Einsatzstellen und Absetzen der Lagemeldungen, wurden die einzelnen Einheiten zu den nächsten Koordinaten weitergeleitet. An der letzten Einsatzstelle trafen sich dann beide eingesetzten Bergungsgruppen auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Altenhausen. Für den hier simulierten Stromausfall musste die 50 Kilowatt starke Netzersatzanlage von den Jugendlichen in Betrieb genommen werden. Für die Versorgung des Anwesens mit Strom und Licht wurde die Energie der Notstromanlage über ca. 300m Kabel und mehrere Energieverteiler über das Gelände verteilt. Damit war das Anwesen mit Strom zur Versorgung der Tiere versorgt und die Stallungen konnten großzügig ausgeleuchtet werden.

Nach dem Rückbau der Einsatzstelle trafen sich alle Helfer und Junghelfer in der Unterkunft in Sulzdorf zum gemeinsamen Abendessen. Lobende Worte des Zugführers an die Jugendlichen, die ihre Aufgaben wirklich hervorragend gemeistert hatten, beendeten die Übung.

Der Technische Zug des THW Schwäbisch Hall ist neben den allgemeinen Bergungsaufgaben schwerpunktmäßig auf die Beleuchtung und Notstromversorgung spezialisiert. Hierfür stehen verschiedenste Beleuchtungsmittel, Energieverteiler, Stromkabel und unter anderem zwei Netzersatzanlagen mit einer Gesamtleistung von 80 kW Strom zur Verfügung.


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